ERÖFFNUNG: 19. April 2026, 11.30 Uhr
Acaye Kerunen (geb. 1981 in Kampala, Uganda) arbeitet interdisziplinär in der visuellen und darstellenden Kunst, in den Bereichen Film, Klang, Poesie und ist ebenso als Kuratorin tätig. Sie ist eine der wichtigsten Stimmen Ostafrikas und vertritt Uganda dieses Jahr zum zweiten Mal auf der Biennale in Venedig. Die besondere Kraft ihres skulpturalen und installativen Werke resultiert aus der Verbindung von natürlichen Materialien, dem Handwerk und einer auf Kooperationen ausgerichteten Kunstpraxis. Kerunen fertigt ihre Arbeiten aus Raffia, Bast, den Fasern von Palmblättern und Rindenstoff – Materialien, die aus Pflanzen der Region östlich von Kampala gewonnen und traditionell in der Flechtkunst verwendet werden. Sie kooperiert mit Frauengemeinschaften in Uganda, die das Handwerk weiterführen und alltägliche Gebrauchsdinge wie Körbe, Matten, Stoffe und Bänder fertigen. Kerunen führt handwerkliche Techniken wie Knüpfen, Flechten, Nähen, Knoten, Weben als künstlerische Arbeit fort und bindet die Gegenstände der Frauen darin ein. Kunst und Handwerk gehen in ihrem Werk untrennbar ineinander über. Kerunens Objekte und Installationen verkörpern das Wissen um ökologische und soziale wie auch koloniale Zusammenhänge, wie sie in die Geschichte Ugandas eingeschrieben sind. Die Kunstmuseen Krefeld richten der Künstlerin ihre erste museale Einzelausstellung und ihr Debüt in Deutschland aus. In Haus Lange verbindet Kerunen ihre bisherige Produktion mit neuen, speziell für Krefeld geschaffenen Arbeiten. Skulpturale Werke, partizipative Installation, ein Film und weitere Werke geben einen Einblick in das komplexe und zugleich sinnliche Werk dieser außergewöhnlichen Künstlerin
Kuratorin: Sylvia Martin
HLHE Dialog - Nach der Kunst:
Acaye Kerunen und Bernhard Fuchs kommen aus verschiedenen Kulturräumen und gehen künstlerisch unterschiedliche Wege. Gemeinsam ist ihnen eine enge Verbundenheit mit ihrer Heimat, aus der sie ihre Inspiration schöpfen und ihre künstlerischen Anliegen entwickeln. Bewahren, Wertschätzen, Fortführen wie auch die Sehnsucht nach Reparatur bilden in den Werken beider Künstler:innen einen festen gemeinsamen Rahmen.
Seit 2017 präsentieren die Kunstmuseen Krefeld mit der Reihe HLHE Dialog in den benachbarten Villen Mies van der Rohes die Gegenüberstellung von historischen und jüngeren beziehungsweise zeitgenössischen Positionen in Kunst, Design und Architektur, die das Erbe der Moderne immer wieder neu reflektieren.












