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Ganz nah dran! Ein Objekt unter der Lupe, ein Befund, der Geschichte ans Licht bringt, ein Handgriff im Millimeterbereich: Restaurierung entsteht im präzisen Hinsehen und durch jede Menge Fingerspitzengefühl. In ganz Deutschland erwartet Besucher:innen am Europäischen Tag der Restaurierung ein vielfältiges Programm in Museen, Depots, Ateliers und auf Denkmalbaustellen. Sie können erleben, wie Restaurator:innen durch wissenschaftlich-analytische Methoden die Geschichten hinter den Objekten entschlüsseln und bewahren.
Denn Kulturgut ist Spiegel der Gesellschaft: Es erzählt von Lebenswelten, technischen Entwicklungen, künstlerischen Ideen und persönlichen Erinnerungen. Ob Filmrolle, Gemälde, Wandmalerei oder Möbel – jedes Stück trägt Spuren der Zeit und der Menschen, die mit ihm gelebt haben. „Ganz nah dran“ beschreibt die physische Nähe, die Restaurierung erfordert: das Arbeiten im Millimeterbereich, das vorsichtige Annähern an Oberflächen, Schichten und Materialien. Zugleich verweist das Motto auf die geistige Nähe: Durch die intensive Beschäftigung mit jedem Objekt erkennen Restaurator:innen, warum Menschen diese Dinge geschaffen haben, wie Generationen mit ihnen umgegangen sind und welche Bedeutung sie heute für Sammlungen und Besucher:innen haben.
Auch die Kunstmuseen Krefeld laden in diesem Jahr erstmals dazu ein, die Arbeit der Restaurator:innen an diesem Tag von 15–17 Uhr im Kaiser Wilhelm Museum kennenzulernen. Denise Klatt erläutert in einer Spezialführung an konkreten Beispielen Restaurierungsprojekte im Kontext des Ausstellung Schöne Anarchie. Johan Thorn Prikker und seine Zeit. Sebastian Köhler ist bereits seit 24 Jahren Restaurator an den Kunstmuseen Krefeld und kennt die Kunstwerke der Sammlung in- und auswendig. In einem Kurzvortrag erläutert er anhand von zwei Werken aus der Zeit um 1970 die Konzepte zu deren Erhaltung sowie spezifische Kriterien für die werkgetreue Reinszenierung.
Es fällt nur der Museumseintritt an; es wird um Anmeldung gebeten: servicekunstmuseen@krefeld.de oder 02151-97558-137.