für schule und kita

Themenangebote für Schulklassen in den Kunstmuseen Krefeld bis Mai 2019

Die unten aufgeführten Themenangebote sind altersübergreifend formuliert und werden auf die jeweilige Altersstufe und auf weitere Bedürfnisse der Kinder und Jugendlichen zugeschnitten.

Sammlungssatellit #2

Bik Van der Pol: Mama, was ist eigentlich Natur?
Bis 5. Mai 2019

Das niederländische Künstlerduo Bik van der Pol agiert in seiner Ausstellung im Kaiser Wilhelm Museum als Künstler*in wie auch als Kurator*in. Unter dem Blickwinkel des gegenwärtigen und historischen Umgangs mit Natur durchforsten die Künstler*innen die Sammlung der Kunstmuseen Krefeld. Resultat ist eine Präsentation, in der sie Werke anderer Künstler*innen mit eigenen Arbeiten in Dialog setzen, um darin die Rolle von Kunst für die heutige Wahrnehmung von Natur zu beleuchten. Inwieweit kann Kunst unser Verhältnis zur Natur bewusster machen, die kritische Auseinandersetzung mit Naturzerstörung verstärken oder sogar zur Erhaltung oder auch Rekonstruktion von Natur beitragen? So geht es beispielsweise um eine Landschaft in Australien, die entfremdet und zerstört wurde und im 20. Jahrhundert nach historischen Gemälden rekonstruiert werden konnte. Die Elemente Wasser, Luft, Feuer und Erde treten in den Fokus, aber auch die Natur als Wirtschaftsfaktor und damit als der Ausbeutung und Zerstörung preisgegebene Ressource. Für die Ausstellung wurde der interaktive Kunstvermittlungsraum Studio 2 in eine Art Außenstelle des Krefelder Umweltzentrums verwandelt. Zur Ausstellung

Themenangebote

Erde, Bäume, Feuer, Wind:

Das Verständnis der Naturelemente und ihre Erforschung und Ausbeutung

Naturelemente haben Künstler*innen schon immer fasziniert. Das gilt auch noch in der Kunst der heutigen Zeit, etwa für den französischen Maler Yves Klein, der mit Feuer, Wind und Gold gearbeitet hat, Hans Haacke, der Wasserskulpturen geschaffen hat, oder Ulrich Rückriem, der als Bildhauer den Stein roh belässt und meistens nur bricht oder schneidet. Die Schüler*innen lernen solche Werke aus der Sammlung der Kunstmuseen Krefeld kennen. In Einzel- und Gruppenaufgaben bestimmen sie spezifische Eigenschaften sowie Unterschiede im Natur- und Kunstkontext. In einem weiteren Schritt lernen sie Kunstwerke kennen, in denen Natur zu Lebensmitteln, Konsumgütern etc. verarbeitet wurde, beispielsweise in einer Kaffeeskulptur. Schließlich werden die Produkte als Müll vom Menschen wieder ausgeschieden, was beispielsweise am Müllbehälter eines Arman oder am Autowrack von John Chamberlain deutlich wird. Die Frage nach den vielfältigen Auswirkungen dieser Praktiken – im negativen Sinne hinsichtlich der begrenzten Verfügbarkeit und der Zerstörung unserer Umwelt, im positiven Sinne in Bezug auf die Annehmlichkeiten des Lebens durch Konsumgüter, Mobilität und Kommunikation – werden angerissen und spielerisch wie interaktiv umgesetzt.

Praxisangebote:

Kunst aus Naturelementen wie Steine, Stöcker, Erde; Kunst aus Weggeworfenem, Recyclingtechniken als Kunstproduktion, Sammlungen natürlicher und künstlicher Dinge anlegen und Zwitter aus natürlichen- und künstlichen Materialien schaffen.

Fächer: Kunst, Naturwissenschaften, Technik, Gesellschaftslehre sowie Angebote mit sprachbildendem Fokus (Sprache durch Kunst)

Was ist Landschaft und wie gehen wir mit ihr um?

Landschaften können flach oder hügelig sein, sie können Wüsten, Seen, Wälder, Bergmassive und Meere umfassen. Wir sprechen aber auch von Stadt- oder Industrielandschaften. In der Kunst wurde die Landschaft insbesondere im 17. Jahrhundert zu einer eigenen Gattung. Die Maler setzten Schönheit und Erhabenheit von Natur ins Bild, sparten aber auch nicht an Zeichen der Nutzbarmachung von Natur durch den Menschen. Landschaft ist immer auch das Bild, das sich der Mensch von seiner Umwelt macht. Landschaft möchten wir daher in dieser Veranstaltung mit den Schüler*innen als Kategorie erarbeiten, in der eine bestimmte Interpretation bzw. ein Verständnis der oder ein Anspruch an die Natur enthalten ist. Eine Videoinstallation von Bik Van der Pol, die den Bezug von dargestellter und tatsächlicher Natur thematisiert, gibt hierfür den Ausschlag. So konnte ein Gemälde helfen, einen historischen Naturzustand eines Landstrichs in Australien zu rekonstruieren. Die Natur wird aber auch zum Bild. Ausschnitt und Komposition verändern und manipulieren die dargestellt Natur, in vergangenen Jahrhunderten ebenso wie heute. Letzteres erfahren wir etwa an einer großen Fotoarbeit von Andreas Gursky, ebenso wie an Gemälden des 19. und 20. Jahrhunderts, in denen es zum Teil nicht mehr nur um das Darstellen realer, sondern auch imaginierter, innerer Landschaften geht. Welche Bilder entwickeln wir heute von Landschaft und welchen Anteil haben daran die Medien?

Praxisangebote:

Landschaften zeichnen und malen, teils unter Verwendung fotografischer Vorlagen, Einbindung direkter Abbildverfahren wie die Frottage, Collagieren von Landschaft mit Bildern aus Magazinen (z. B. GEO), Landschaftsreliefs aus Farbe und Naturmaterialien

Fächer: Kunst, Erdkunde, Geschichte, Sachkunde, Gesellschaftslehre sowie Angebote mit sprachbildendem Fokus (Sprache durch Kunst)

Volker Döhne: Sucher und Finder
Bis 5. Mai 2019

Die Frage, wie ein Bild funktioniert, beschäftigt den Krefelder Fotografen Volker Döhne ebenso wie das gegenwärtige Aussehen unserer Städte und Landschaften. Der Fotograf und Grafiker gehörte 1976 zu den ersten Studierenden der berühmten Fotografieklasse von Bernd und Hilla Becher an der Kunstakademie Düsseldorf. In zahlreichen Bildreihen, die bis heute entstehen, untersucht er geografische, soziale und historische Räume des Rheinlands, des Bergischen Lands und des Ruhrgebiets. Die besonders kräftige Farbpalette der Autolacke in den 1970er Jahren tritt dabei ebenso in den Fokus wie Elemente unserer Umwelt, die leicht übersehen werden können und der Vergänglichkeit und dem Vergessen preisgegeben sind. Ein Beispiel hierfür sind die Stillen Orte, Klohäuschen, die Döhne in Wuppertal, Remscheid und Solingen systematisch fotografiert hat. In anderen Serien, etwa auch über Krefeld, nimmt der Fotograf die Wunden des Zweiten Weltkriegs und die Besonderheiten des Wiederaufbaus ins Visier. Die Veranstaltungen zu dieser Ausstellung verbinden die inhaltliche Beschäftigung mit den Bildthemen der Fotoserien Volker Döhnes mit der Frage nach den medialen Bedingungen fotografischer Bilder.

THEMENANGEBOTE

Fotografisch Bilder machen, Geschichte erfassen

Ein Foto zu machen ist heute so selbstverständlich geworden wie telefonieren, schreiben, sprechen ... Vor allem durch das Smartphone ist die Kamera zu unserm ständigen Begleiter geworden, mit dem wir die Bilder nicht nur machen, sondern mit einer Berührung direkt an jeden beliebigen Ort der Welt transportieren. Wie heben sich aus dieser Bilderflut einzelne Bilder heraus? Was macht sie für uns bedeutend und wertvoll? Der Krefelder Fotograf Volker Döhne hat das Bilder machen gelernt, und wenn er sich einem Motiv nähert, kann es vorkommen, dass er zunächst eine Zeichnung macht, bevor er fotografisch arbeitet. Er beschäftigt sich dann mit seinem Bildmotiv in Serien, mit dem Ziel, seine Bildthemen in größtmöglicher Breite zu erfassen. Dieses bewusste Vorgehen soll in dieser Veranstaltung interaktiv erarbeitet werden. Die Schüler*innen fertigen vor Volker Döhnes Bildern selbst kleine Zeichnungen an, um die Kompositionskriterien zu erfassen. Welche Bedeutung haben diese kompositorischen Strukturen und Wiederholungen für die bildnerischen Inhalte? Wie gelingt es dem Fotografen, die geschichtlichen Schichten unserer Städte und Landschaften festzuhalten? Dabei erschließen die Schüler*innen in Döhnes Bildern (je nach Alter in Suchspielen) auch ein Stück Krefelder Stadtgeschichte.

Praxisangebote

Zeichnen, Fotoexpeditionen rund um das Kaiser Wilhelm Museum, Collagen und Bildgeschichten mit historischen Stadtansichten
Fächer: Kunst, Gesellschaftslehre, Geschichte, Technik sowie Angebote mit sprachbildendem Fokus (Sprache durch Kunst)

Die Sammlung: Joseph Beuys – Die Sprache des Materials

Filz, Fett, Kupfer, Stahl oder Gelatine sind Materialien, die der in Krefeld geborene Künstler Joseph Beuys immer wieder verwendet hat. Die Eigenschaften der Materialien wie wärmend, dämmend, leitend usw. werden für Beuys zur Grundlage seines künstlerischen Schaffens und seiner ästhetischen Konzepte. Für Kinder jüngeren Alters (Vorschule und Primarstufe) werden die Beuys-Führungen spielerisch angelegt. Im Zentrum steht die Erfahrung von Materialeigenschaften und ihrer Bedeutung. Was man anhand der Kunstwerke nur anschauen, nicht aber anfassen darf, wird durch eigene Handlungen mit gleichen oder vergleichbaren Materialien zur körperlichen Erfahrung. Was kann man über ein Material sagen, wenn man es nur ertastet, es aber nicht sieht (Fühlkästen)? Welche Adjektive – und in einem zweiten Schritt, welche Verben – lassen sich jeweils damit verbinden? Ein vergleichbares Erkunden der Materialien bildet auch die Grundlage für Veranstaltungen mit Schüler*innen von der fünften Klasse bis zum Abitur. Hier können nun Themen wie Kunst und Wissenschaft, Kunst und Religion und vor allem Fragen des Menschenbildes eingeflochten werden.

Praxisangebote

Plastiken aus Filz, Wachs, Holz und anderen Materialien. Experimentelles Zeichnen und Malen mit ungewöhnlichen Materialien wie Kaffee, Himbeersaft, Schokolade und vielem mehr.

Fächer: Kunst, Religion, Naturwissenschaften, Werken sowie Angebote mit sprachbildendem Fokus (Sprache durch Kunst)

Architektur der Häuser Haus Lange und Haus Esters
Ab 17. März 2017

Ludwig Mies van der Rohe und die Häuser Lange und Esters

Ende der 1920er Jahre von einem der bedeutendsten Baumeister des 20. Jahrhunderts entworfen, erlaubt die Architektur der Häuser Lange und Esters spannende Einblicke in die Baukunst der Moderne. Formale Klarheit und Rationalität sind Eigenschaften, mit denen sich auch die einstigen Besitzer Hermann Lange und Josef Esters als führende Textilindustrielle der Stadt zeitgemäß darstellen konnten. Auf unseren Architekturrundgängen lernen Schulklassen und Kita-Gruppen die Besonderheiten der Häuser kennen. Wie hat der Architekt geplant? Wie wurden die Häuser konstruiert? Worin unterscheiden sie sich von herkömmlichen Bauten der damaligen Zeit? Wie wurde hier früher gewohnt?

Herr Mies, wie hast du das gemacht?

Mit der Architekturkiste die Häuser kennenlernen: So lautet die Devise der Rundgänge für Vorschulkinder und Primarstufenschülerinnen. Wie arbeiten Architektinnen, Ingenieurinnen oder Maurerinnen, wenn sie ein Haus planen und bauen? Welche Arbeitsgeräte benötigen sie? Die Architekturkiste hält hier einiges zum Ausprobieren bereit. Die Kinder legen selbst Mauerverbünde an, arbeiten mit Lineal und Zirkel, messen Wände ab und vieles mehr.

Praxisangebote:

Modelle basteln, Umbau eines einfachen Schuhkartons mit Pappe, Papier, Folien und Farbe in das Modell eines modernen Gebäudes – von der Fassade bis zur Innenausstattung

Fächer: Kunst, Werken, Gesellschaftslehre, Geschichte