Immergrüne Eichen. Gallerie ad Albano, 1843 – 1848
Bleistiftzeichnung, teilkoloriert
34,5 x 44 cm
Slg. Kunstmuseen Krefeld
Foto: Volker Döhne
DER UNERSÄTTLICHE BLICK
DIE REISEN DES LANDSCHAFTSMALERS ADOLF HÖNINGHAUS

KAISER WILHELM MUSEUM
20. OKTOBER 2017 – 8. APRIL 2018

Eröffnung: 19. Oktober 2017, Donnerstag, 19 Uhr

Das Reisen war dem Landschafsmaler Adolf Höninghaus (1810/11 Krefeld – Krefeld 1882) zur zweiten Natur geworden. Als klassischer Vertreter der Düsseldorf Malerschule und Schüler von Johann Wilhelm Schirmer hat er die Grand Tour, so wie sie im 19. Jahrhundert üblich war, auf Haupt- und Nebenwegen bis nach Sizilien ausgedehnt. Der spontane Zugriff auf stimmungsvolle Ansichten, das Heranzoomen landschaftlicher Details und das ausgeklügelte Komponieren in den Gemälden – all dies spiegelt sich in dem umfangreichen Nachlass des Künstlers, der sich bereits seit 1897 an den Kunstmuseen Krefeld befindet und den es neu zu entdecken gilt.
Die Ausstellung beleuchtet daher Höninghaus´ Anfänge an der Düsseldorfer Kunstakademie in den 1830er Jahren, fragt nach Lehrern, Mitschülern und Vorbildern, reist ihm nach Italien, seiner zeitweiligen Wahlheimat Rom und Sizilien nach. Dabei sind die außergewöhnlichen Techniken, die Höninghaus zur Skizzierung bestimmter Lichtsituationen einsetzt, ebenso zu entschlüsseln wie sein eigenwilliger Blick, mit dem er berühmte italienische Orte und den heimischen Niederrhein festgehalten hat. In der Ausstellung sind Gemälde, zahlreiche Ölskizzen und eine großzügige Auswahl des Skizzenwerks zu sehen. In Gegenüberstellung mit Werken namhafter Zeitgenossen wie J.W. Schirmer und Carl Friedrich Lessing, Caspar Scheuren, Andreas und Oswald Achenbach wird die Bedeutung von Adolf Höninghaus innerhalb der Düsseldorfer Malerschule und deutschen Landschaftsmalerei des 19. Jahrhunderts deutlich.

Im begleitenden Katalog wird die aktuelle wissenschaftliche Forschung zum Werk von Adolf Höninghaus zusammengefasst und der Nachlass dokumentiert.
Kuratorinnen: Prof. Dr. Martina Sitt, Dr. Sylvia Martin

Die Ausstellung DER UNERSÄTTLICHE BLICK wird durch eine Videoarbeit eines zeitgenössischen Künstlers/Künstlerin begleitet.

Gefördert durch

     


Victor Burgin
Basilica I, 2006
Fotografie, 12 x 8 cm
Courtesy Galerie Thomas Zander, Köln
© Victor Burgin
VICTOR BURGIN
VOYAGE TO ITALY

KAISER WILHELM MUSEUM
20. OKTOBER 2017 – 8. APRIL 2018

Eröffnung: 19. Oktober 2017, Donnerstag, 19 Uhr

Voyage to Italy ist eine Suite des britischen Künstlers Victor Burgin, die aus drei Werken besteht: einer Einkanalprojektion mit Ton und zwei Foto-Text-Arbeiten. Alle Bilder wurden in der Basilika von Pompeji aufgenommen. In Szene gesetzt wird ein Wechselspiel zwischen einem architektonischen Schauplatz, einem frühen Dokumentarfoto und einem klassischen erzählenden Film.

„Ausgangspunkt meiner Arbeit ist das Bild von einer Frau, die in einer klassischen Ruine steht. Das Foto, das aus einem im 19. Jahrhundert entstandenen Album mit Fotografien von Carlo Fratacci stammt, trägt die Aufschrift »Basilica«. Auf das Bild stieß ich im fotografischen Archiv des Canadian Centre for Architecture in Montreal, wo ich eingeladen war, mit einem noch zu schaffenden Werk auf die dortige Sammlung zu reagieren. In Pompeji filmte ich zwei 360-Grad-Panorama-Ansichten von der Basilika: eine aus der Position der Frau in Frataccis Bild, die andere vom Standpunkt des Fotografen aus. Auch fotografierte ich jede einzelne von den Säulen, die den rechteckigen Raum, in dem die Frau steht, umreißen.“ Victor Burgin

Der Künstler Victor Burgin (geb. 1941) ist Wegbereiter und Theoretiker der Konzeptkunst, die seit den 1960er Jahren der Idee den Vorrang gegenüber der materiellen Erscheinung eines Kunstwerks gibt. Die Videoinstallation Voyage to Italy steht im Dialog mit dem Werk des Landschaftsmalers Adolf Höninghaus, das in der Ausstellung Der unersättliche Blick erstmals vorgestellt wird. In zwei unterschiedlichen Jahrhunderten haben beide Künstler das gleiche Reiseziel: Italien. Und beide setzen sich bewusst mit bereits bestehenden Bildern und Vorstellungen auseinander und schaffen durch einen reproduzierenden Blick ein eigenes ‚Italienbild‘.

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