MUSEEN HAUS LANGE UND HAUS ESTERS
GESCHLOSSEN

28. AUGUST – 7. SEPTEMBER 2017
11. – 30. SEPTEMBER 2017

Piet Mondrian
Tableau No. XI, mit Rot, Schwarz, Blau und Gelb, 1925
Öl auf Leinwand
38,5 x 34,5 cm
Slg. Kunstmuseen Krefeld
© Mondrian / Holtzmann Trust c/o HCR International Warrenton VA USA
Foto: Volker Döhne
MEHR MIES. 15. KREFELDER ARCHITEKTURTAGE
MIES VAN DER ROHE UND DE STIJL

MUSEEN HAUS LANGE HAUS ESTERS
8. – 10. SEPTEMBER 2017

1917 schlossen sich Theo van Doesburg, Piet Mondrian und andere Maler, Kunsttheoretiker und Architekten zur Gruppe „De Stijl“ zusammen und formulierten gemeinsam Grundsätze für eine auf alle Gestaltungsbereiche anwendbare Ästhetik. Vergleichbar mit den Bestrebungen des kurz darauf gegründeten Bauhauses in Deutschland standen Funktionalität und Purismus als Ausdruck eines neuen Menschenbildes im Vordergrund.
Aus Anlass des 100jährigen Jubiläums widmen sich die krefelder architekturtage im Herbst 2017 den möglichen Berührungspunkten, Einflüssen und Unterschieden zwischen De Stijl und den architektonischen Konzepten Mies van der Rohes in den 1920er Jahren. Wichtige Aspekte wie der offene Grundriss, der fließende Raum und die Durchgestaltung des gesamten Lebensumfelds stehen dabei im Zentrum.

IDEOLOGIE, ABSTRAKTION UND ARCHITEKTUR
HAUS ESTERS UND HAUS LANGE IM DIALOG
1. OKTOBER 2017 – 14. JANUAR 2018

Im Herbst 2017 zeigen die Kunstmuseen Krefeld in den Mies van der Rohe Villen die ersten Ausstellungen, die von der neuen Museumsleiterin, Katia Baudin, kuratiert werden. Mit diesen zwei Ausstellungen – die sich thematisch ergänzen – fu.hrt Baudin ein dynamisches Ping-Pong-Prinzip zwischen den zwei Villen ein. Es sind jeweils eine historische und eine zeitgenössische Position zu entdecken, die durch ein u.bergreifendes Konzept inhaltlich verbunden sind und einen neuen Blick auf das Erbe des Bauhauses im ideologischen Kontext des ehemaligen Ostblocks der Nachkriegszeit werfen. 100 Jahre nach der Oktoberrevolution ermöglicht diese Ausstellung eine neue Sicht auf die Verknüpfung sozialistischer Ziele mit der ku.nstlerischen Avantgarde. In beiden Häusern sind Bewegungen und Positionen zu sehen, die zum ersten Mal in Deutschland zu sehen sind.
Ausstellungsbegleitend erscheint eine Publikation.


Aleksandar Srnec
Titelblatt „Svijet“, Nr. 6, 1959
Offset Papier
34 x 24 cm
Marinko Sudac Sammlung, Zagreb
EXAT 51 / EXPERIMENTAL ATELIER
SYNTHESE DER KÜNSTE IM JUGOSLAWIEN DER NACHKRIEGSZEIT

MUSEUM HAUS LANGE
1. OKTOBER 2017 – 14. JANUAR 2018

Die erste Ausstellung widmet sich einer interdisziplinären Vereinigung von Künstlern und Architekten, die eine experimentierfreudige Synthese der angewandten und bildenden Künste anstrebte und sich dabei dezidiert für die gegenstandslosen Kunst im sozialistischen Jugoslawien der 1950er Jahre einsetzte . Zu den Mitgliedern gehörten: Bernardo Bernardi (Architekt, Designer), Zdravko Bregovac (Architekt), Vladimir Kristl (Künstler, Filmemacher), Ivan Picelj (Künstler, Grafiker), Zvonimir Radić (Architekt), Božidar Rašica (Architekt, Bühnenbilder, Künstler), Vjenceslav Richter (Architekt, Bildhauer), Aleksander Srnec (Künstler, Grafiker, Filmemacher), Vladimir Zarahović (Architekt).
Die Ziele von EXAT 51 wurden im Dezember 1951 in einem Manifest veröffentlicht, das die Protagonisten in der Fortführung der Ideale der Vorkriegsmoderne – Bauhaus, Konstruktivismus und de Stijl – positionierte. Allerdings geschah dies zu einer Zeit, in der das ehemalige Jugoslawien nach Titos Bruch mit Stalin und der Sowjetunion (1950) versuchte, sich geopolitisch neu zu positionieren und eine eigene sozialistische nationale Identität zu schaffen. EXAT 51 war der Überzeugung, dass gegenstandslose Kunst die Weiterentwicklung der Gesellschaft bereichert, im Gegensatz zur dogmatischen Kunst des Sozialistischen Realismus. Die Ausstellung zeigt anhand einer Auswahl von repräsentativen Arbeiten und kollaborativen Projekten den experimentierfreudigen, interdisziplinären Geist, mit dem die Künstler und Architekten versuchten, die gegenstandslose Kunst im sozialistischen Alltag einzuführen. Dazu gehören Pavillondesigns für Weltausstellungen und Industriemessen, Möbel, Wandteppiche, Zeitschriften, Objekte, Skulpturen, Gemälde, Grafiken, und Animationsfilme.

Die Ausstellung wird in Zusammenarbeit mit dem Muzej Suvremene Umjetnosti (Museum für zeitgenössische Kunst) in Zagreb organisiert.
Es erscheint eine Publikation.
KuratorIn: Katia Baudin und Tihomir Milovac


Jasmina Cibic
For Our Economy and Culture, Slowenischer Pavillon, 2013
Installationsansicht
Venedig Biennale 2013
JASMINA CIBIC
THE SPIRIT OF OUR NEEDS

MUSEUM HAUS ESTERS
1. OKTOBER 2017 – 14. JANUAR 2018

Die slowenische Künstlerin Jasmina Cibic (*1979 Ljubljana, lebt und arbeitet in London) realisiert komplexe, mehrschichtige Arbeiten, die das Verhältnis zwischen kultureller Produktion und Machtstrukturen kritisch untersuchen. In ihren Performances, Installationen und Filmen thematisiert sie Ideologien und deren Umsetzung in Kunst und Architektur. Ihre Arbeiten enthüllen die Strategien, welche für die Konstruktion von nationaler Kultur und Identität durch die Künste sowie deren Nutzen für politische Ziele verwendet werden. Letztendlich sind ihre Arbeiten großangelegte Forschungsprojekte, die Künstler, Architekten, Wissenschaftler, Handwerker, Schriftsteller und andere Experten mit einbeziehen. Diese Synthese ist ein zentraler Punkt in der Weiterentwicklung ihrer künstlerischen Praxis, die im Geiste des Gesamtkunstwerkes steht.
The Spirit of Our Needs bildet den letzten Akt der Nada Trilogie, in der Architekturelemente von Vjenceslav Richter - der eine Schlüsselfigur von EXAT 51 war - die Hauptrollen besetzen. Der Film wird in Haus Lange und dem Muzej Suvremene Umjetnosti (Museum für Gegenwartskunst) in Zagreb gedreht und hier in Krefeld als Teil einer Multimedia-Installation gezeigt, die verschiedene historische Elemente wie das Villenensemble Mies van der Rohes und sein Krefelder Erbe aufgreift und zusammenführt. Cibic hat international eine Vielzahl an Ausstellungen realisiert und Slowenien bei der Venedig Biennale 2013 repräsentiert.

Es erscheint eine Publikation.
Kuratorin: Katia Baudin


Immergrüne Eichen. Gallerie ad Albano, 1843 – 1848
Bleistiftzeichnung, teilkoloriert
34,5 x 44 cm
Slg. Kunstmuseen Krefeld
Foto: Volker Döhne
DER UNERSÄTTLICHE BLICK
DIE REISEN DES LANDSCHAFTSMALERS ADOLF HÖNINGHAUS

KAISER WILHELM MUSEUM
20. OKTOBER 2017 – ANFANG 2018

Das Reisen war dem Landschafsmaler Adolf Höninghaus (1810/11 Krefeld – Krefeld 1882) zur zweiten Natur geworden. Als klassischer Vertreter der Düsseldorf Malerschule und Schüler von Johann Wilhelm Schirmer hat er die Grand Tour, so wie sie im 19. Jahrhundert üblich war, auf Haupt- und Nebenwegen bis nach Sizilien ausgedehnt. Der spontane Zugriff auf stimmungsvolle Ansichten, das Heranzoomen landschaftlicher Details und das ausgeklügelte Komponieren in den Gemälden – all dies spiegelt sich in dem umfangreichen Nachlass des Künstlers, der sich bereits seit 1897 an den Kunstmuseen Krefeld befindet und den es neu zu entdecken gilt.
Die Ausstellung beleuchtet daher Höninghaus´ Anfänge an der Düsseldorfer Kunstakademie in den 1830er Jahren, fragt nach Lehrern, Mitschülern und Vorbildern, reist ihm nach Italien, seiner zeitweiligen Wahlheimat Rom und Sizilien nach. Dabei sind die außergewöhnlichen Techniken, die Höninghaus zur Skizzierung bestimmter Lichtsituationen einsetzt, ebenso zu entschlüsseln wie sein eigenwilliger Blick, mit dem er berühmte italienische Orte und den heimischen Niederrhein festgehalten hat. In der Ausstellung sind Gemälde, zahlreiche Ölskizzen und eine großzügige Auswahl des Skizzenwerks zu sehen. In Gegenüberstellung mit Werken namhafter Zeitgenossen wie J.W. Schirmer und Carl Friedrich Lessing, Caspar Scheuren, Andreas und Oswald Achenbach wird die Bedeutung von Adolf Höninghaus innerhalb der Düsseldorfer Malerschule und deutschen Landschaftsmalerei des 19. Jahrhunderts deutlich.

Im begleitenden Katalog wird die aktuelle wissenschaftliche Forschung zum Werk von Adolf Höninghaus zusammengefasst und der Nachlass dokumentiert.
Kuratorinnen: Prof. Dr. Martina Sitt, Dr. Sylvia Martin

Die Ausstellung DER UNERSÄTTLICHE BLICK wird durch eine Videoarbeit eines zeitgenössischen Künstlers/Künstlerin begleitet.

Gefördert durch