Martha Vogeler vor dem Barkenhoff in Worpswede, um 1908–1910
Fotografie: Rudolph Stickelmann
Farbpositiv: 25,8 x 19,8 x 1,8 cm (mit Rahmen); Abzug 2012: 21,8 x 15 cm
Privatbesitz Bremen


Julius Klinger
Das Weib im modernen Ornament: Ein Vorlagenwerk für alle Gebiet des Kunstgewerbes, 1902
Mappe mit 30 Farblithografien, je 33 x 40 cm
Baumgärtner, Leipzig, o. J.
Kunstmuseen Krefeld


Frances Macdonald MacNair
Spring, 1900–1905
Aquarell auf Leinen, 83 x 124 cm
The Hunterian, University of Glasgow

 

AUF FREIHEIT ZUGESCHNITTEN
DAS KÜNSTLERKLEID UM 1900 IN MODE, KUNST UND GESELLSCHAFT

KAISER WILHELM MUSEUM
12. OKTOBER 2018 – 24. FEBRUAR 2019

In Krefeld fand im August 1900 die erste Ausstellung künstlerischer Reformkleider in Deutschland statt: Angeregt von Friedrich Deneken, dem Gründungsdirektor des Kaiser Wilhelm Museums, wurden Kleiderentwürfe von bekannten KünstlerInnen gezeigt, darunter Henry van de Velde, Alfred Mohrbutter, Richard Riemerschmid und Margarete von Brauchitsch.
Hatte man schon in den Jahrzehnten zuvor für eine Reform der Frauenkleidung und Frauenkultur gekämpft, die sich vor allem am Für und Wider des Korsetts abarbeitete, so kam nun ein grundlegend neuer Aspekt hinzu. Frauenmode sollte nicht länger nur bequem und gesund sein, wie es dem Grundgedanken der Lebensreform entsprach, sondern darüber hinaus durch KünstlerInnen auch eine ästhetisch anspruchsvolle Gestaltung erfahren. Schönheit wurde zur »Waffe« und das Kleid Teil der gesamtkünstlerischen Gestaltung aller Lebensbereiche. Die junge Avantgarde, die Ausdruck und Emotion als Essenz der Kunst deklinierte, erklärte das selbst entworfene Kleid zum autonomen Kunstwerk, das die Empfindung als Bewegung in den Raum übertrug. Das Künstlerkleid in all seinen unterschiedlichen Ausprägungen wird vor dem Ersten Weltkrieg zu einem Kristallisationspunkt für die umfassenden europäischen Erneuerungsbewegungen.
Die opulente Schau vereint Bestände der eigenen Sammlung mit zahlreichen hochkarätigen Leihgaben aus dem In- und Ausland in einer anschaulichen Inszenierung. Die Kunstmuseen Krefeld untersuchen erstmals in einer Ausstellung die komplexen Wechselbeziehungen zwischen Kunst, Mode, Fotografie und Tanz im Kontext der Reformbewegung zwischen 1900 und 1914. In den Fokus rücken dabei auch die europäischen Netzwerke der ReformerInnen. Von den Präraffeliten über die Gesamtkunstwerk-Entwürfe des Jugendstils, der Wiener Werkstätte und der Expressionisten, vom Ausdruckstanz bis zu neuen Medien der Inszenierung und Verbreitung wie Fotografie, Plakat und Modezeichnung spannt sie ein Panorama der frühen Moderne.

Zur Ausstellung erscheint ein reich bebilderter Katalog im Hirmer Verlag, herausgegeben von Ina Ewers-Schultz und Magdalena Holzhey.

KünstlerInnen der Ausstellung: Léon Bakst, Giacomo Balla, Vanessa Bell, Edward Burne-Jones, Walter Crane, Sonia Delaunay, Clotilde von Derp, Isadora Duncan, Emilie Flöge, Mariano Fortuny, Josef Hoffmann, Ludwig von Hofmann, Wassily Kandinsky, Gustav Klimt, Mela Köhler, Frances Macdonald MacNair, August Macke, Ditha Moser, Koloman Moser, Gabriele Münter, Anna Muthesius, Else Oppler, Paul Poiret, Johan Thorn Prikker, Richard Riemerschmid, Dante Gabriel Rossetti, Emmy Schoch, Johan Thorn Prikker, Henry und Maria van de Velde, Heinrich Vogeler, Edouard Vuillard u.a.m.

Kuratorinnen: Dr. Ina Ewers-Schultz und Dr. Magdalena Holzhey

Die Ausstellung wird unterstützt durch